Kettwig hilft e. V. und die Gruppe 60+ hatten Flüchtlingshelfer aus den Unterkünften in Dilldorf, dem Altenbeckshof, der Hülsenbruchstr und vom Volkswald eingeladen.

Die gut 100 Interessierten im Gemeindesaal der ev. Kirche hörten spannende, amüsante und vor allem durchweg positive und motivierende Berichte der einzelnen Referenten.


Herr Weiske vom Altenbeckshof wollte anfangs nur ein paar Fahrräder für die Menschen in der Unterkunft besorgen. Entstanden ist eine Initiative von Flüchtlingen, für Flüchtlinge, die in der Fahrradwerksatt alte Räder wieder ans Laufen bringen.
Ulla Lötzer berichtete vor allem vom Begegnungscafe in der Jona Kirche und dem jungen Mann aus Afghanistan, der etwas verloren wirkte. Ihren Hinweis, dass eine Gruppe afghanischer Menschen anwesend sei, verwarf er. Nein, er wolle mit Deutschen in Kontakt kommen und dieses Land und die Sprache kennenlernen. Auch die Kochgruppe vom Volkswald beschrieb sie lebhaft und hatte sogar ein paar Bilder dabei. “Die Menschen sind so froh, endlich mal etwas für uns Deutsche tun zu können. Wir dürfen nie mithelfen, sondern nur am Tisch Platz nehmen und mitessen.“
Die beiden Schwestern Ela Jobst-Rausch und Marion Masthoff von der Flüchtlingsunterkunft in Dilldorf berichteten von Ihren ersten Schritten in der Flüchtlingsarbeit. Die Frage der beiden an den Einrichtungsleiter der Flüchtlingsunterkunft, was sie denn tun könnten war mit einem Wort beantwortet: A L L E S! Die deutsche Herangehensweise mit Listen, Pünktlichkeit, Kontinuität - sie funktioniert nicht. Ihre Botschaft war, holen Sie die Menschen ab und machen Sie, was Sie können. Zur eigenen Überraschung waren plötzlich die alten Kinderlieder und Reime wieder in ihren Köpfen und sind inzwischen festes Ritual im Kreise der Kinder.

Klaus Barkhofen von der Hülsenbruchstr. kam mit Louai Alhanon, einem syrischen Flüchtling, der im Sommer in Essen angekommen ist und sich kurz auf Deutsch für die Hilfe hier bedankte. Das brachte ihm ordentlichen Applaus aus dem Publikum ein.
Fazit aller Referenten: Nicht lange warten, nicht so viel zweifeln, sondern machen. Machen, was Spaß macht und machen was man kann.